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CASTRA EMERITA – DER HARTE AUSBILDUNGSWEG DER PALADINE

In den Wäldern etwas österlich Rhodanos und südlich von Trondal liegt ein großes, gut befestigtes Fort, welches seit Jahrhunderten das Zentrum von unzähligen Gerüchten und Vermutungen war, und von so gut wie niemanden bis auf wenigen Auserwählten der Kirche des ersten Lichts, Abgesandten des Kaisers von Astora oder den unglückseligen Kindern, welche dort ausgebildet wurden, besucht wurde. Auch die örtliche Bevölkerung konnte dieses einzigartige Kastell, wie man es wohl am Besten ins Baloranische übersetzen würde, nicht sehen, da ein gigantischer Schutzwall in einem Radius um zweihundert Meter um das Kastell herum errichtet wurde, welches rund um die Uhr von fähigen Soldaten der Kirche des ersten Lichts bewacht wurde. Hier galt für die Bevölkerung seit Beginn an jene Warnung: Kommt näher nur unter Gefahr eures Lebens! 

Geschichte der Paladine:

Das Kastell wurde im Rahmen der großen astoranischen Soldatenmissionierung von 4885 n.J.E geschaffen. Ziel dieses Projekts war es mehr Soldaten für die Sicherung des Inlandes des sehr großen Landes zur Verfügung zu stellen, gleichzeitig aber auch die Optimierung der Fähigkeiten der Soldaten in Sachen Kampf und Magie. Kompetente Kampfmagier mussten also her, um die Aufständischen niederzuzwingen, die im Süden des Landes immer wieder aufbegehrten, und Krieger mussten her, die im Interesse des Kaiserhauses allerlei Kreaturen des Landes besiegen konnten, welche die Bevölkerung zu dezimieren drohte. Kaiser Trevan Yrvenal sandte einen Boten mit den Vorschlägen an die Kirche des ersten Lichts, welche sich auf die Ausbildung von Kampfmagiern verstand, jedoch auch diese konnten nicht eine so große Menge an Kriegern zur Verfügung stellen. Das Problem mit der Magie war zudem, dass über 85 Prozent Astoras aus Menschen bestand, und diese durch ihre Kurzlebigkeit nicht dazu in der Lage waren, Magie bereits in jungen Jahren zu erlernen. In einem gemeinsamen Gespräch im Laufe des Konzils von Bellunum im Jahre 4889 n.J.E suchte Kaiser und Patriarch der Kirche also nach einer Möglichkeit, eine solche Aufgabe bewältigen zu können, und fanden eine Antwort in den vom Patriarchen mitgebrachten Forschungen eines Virgo Amandus, welcher behauptete mittels seltener Tränke die Langlebigkeit sowie die Muskelgewinnung der Menschen zu erhöhen. Kaiser Trevan schien begeistert und lies den etwas schrulligen Alchemisten, bereits ein in die Tage gekommener Halbelf nach Yrve zitieren, um weitere Verhandlungen mit ihm auszumachen. Sie einigten sich darauf eine erste Versuchsrunde mit Waisenkindern zu starten, und man baute dafür das einsame Kastell – Castra Emerita – in den tiefen der Wäldern und in der Nähe der Kathedrale des ersten Lichts um. Ein paar Jahre zogen ins Land, und der Alchemist Amandus startete seine ersten Versuche der ersten Welle von Kampfmagiern. Er versuchte seine ersten Experimente daran, ließ den Körper der Probanden mit der Hilfe von verschiedenen Absuden schwächer werden, und nutzte seine Veränderungsmagie, um den Körper der Personen grundlegend zu verändern. Die erste Welle ging jedoch nicht wie gewünscht, 6 Waisenkinder starben am Experimentiertisch, 2 weitere mussten euthanisiert werden, und die letzten beiden Starben aufgrund von einer Immunschwäche innerhalb einen Jahres an einfachen Krankheiten. Entsprechend dessen konnte dem Kaiser keine zufriedenstellenden Resultate liefern, erhielt jedoch noch eine zweite Chance, im Jahr 5000 n.J.E, seinen Wert unter Beweis zu stellen. 12 Waisenkinder wurden vom König zur Verfügung gestellt, und die Rezeptur nach den Fehlschlägen angepasst und deutlich verbessert.  Dieser zweite Versuch, die berühmte zweite Paladinswelle, sandte mit ihrem Erfolg eine große Schockwelle der Begeisterung und der Ehrfurcht durch das Land. Von den 12 Kindern überlebten 2 Jungen und ein Mädchen die Torturen, und begannen kurz danach ihre Ausbildung. Sie erhielten Kenntnisse in der Alchemie und der Medizin, der Anatomie von Monstern, der Kenntnis von Pflanzen und Tieren. Noch wichtiger war jedoch die körperliche Ertüchtigung für die Paladinsanwärter, sechs Stunden körperliches Training standen am Tagesprogramm, üblicherweise absolviert von den talentiertesten Lichtrittern der Kirche, und schon bald gab es nicht mehr viel, das zu erlernen war. Alle drei von ihnen schafften es schlussendlich von der Kirche nach einer abgeschlossenen Ausbildung die Paladinswürde zu erhalten, ein neu erschaffener Ehrentitel, welcher diese auf die Monsterjagd spezialisierten Krieger bekommen würden. Mit diesem verbunden war ein festes Einkommen, gezahlt vom Kaiserhaus selbst, die Ausstattung mit der besten im Handel erhältlichen Ausrüstung sowie einem Ruf innerhalb der einfachen Bevölkerung, welcher von Begeisterung über Ehrfurcht bis hin zur Ablehnung dadurch, dass sie Mutanten waren, lief. Weitere sechs Wellen folgen im Laufe von 350 Jahren, und sie alle waren zu Teilen von Erfolg gekrönt, die Probandenzahl wurde hierbei immer größer bis bei der achten Welle bis zu 500 Kinder zu den Tests herangezogen wurde, von denen 45 die Paladinswürde erhalten konnten. Entsprechend dessen war die Quote sehr unbefriedigend schlecht, und es wurde nach Möglichkeiten gesucht, den Weg zum Paladin sicherer zu gestalten. Um dies zu erreichen wurde die neunte Welle von einer neuen Person geleitet, welche gerade erst vor drei Jahren zu dieser Zeit den Großmeister in Veränderungsmagie an der Akademie in Yrve abgeschlossen hatte. Die junge Frau zeigte sich daran interessiert, wenngleich ihr Name anonym gehalten wurde. Mit neuen diagnostischen Mitteln der Todesursachen, und einem sorgsameren Umgang mit der Alchemie gelangt es ihr in der neunten Welle 425 von 550 Paladine zu erschaffen, in der zehnten Welle gar 558 von 600 und in der letzten, elften Welle, starb nur ein einziger von 700 Paladinen, und das auch nur durch einen Fluchtversuch. Im Jahr 5653 n.J.E, nachdem die Magierin von ihrem Amt zurückgetreten ist, und genug Paladine das Land durchströmt haben um die Aufgaben, die ihnen zugeteilt wurden, zu behandeln, wurde das Paladin-Projekt erstmal eingestampft. Die noch immer verbleibenden Paladine wurden allen voran als Monsterjäger eingesetzt, und manche von ihnen, welche sich als besonders talentiert erwiesen hatten, erhielten ebenso eine Ausbildung in Sachen Kriegskunst und Taktik in der Militärschule in Yrve, welche üblicherweise nur ranghohen Generälen vorenthalten war. Mit dem Wissen um Taktik und die Anatomie und Monster sind die Paladine sehr tragende Säulen der Gesellschaft geworden, welche von der Gesellschaft mit der Zeit immer mehr respektiert wurden. Schlussendlich kam der Einfall der Dämonen, und vieles änderte sich damit. Die Paladine wurden nun hauptsächlich damit beauftragt, mehr über diese herauszufinden, und sie im besten Falle wieder zu vertreiben. Dies bleibt jedoch ohne Erfolg, wie wir heute wissen. Bis zuletzt kämpften sie wacker gegen die Dämonen, die meisten von ihnen verloren dabei ihr Leben, und Astora ging mit dem guten Ruf um die Paladine, und dem Geheimnis ihrer Verwandlung unter. Übrig bleiben nur noch sechs von ihnen, Relikte einer vergangenen Zeit, welche sich nun einen neuen Platz in dieser Welt verdienen müssen.    

Castra Emerita – Das Kastell, dessen Aufbau und Bedeutung:

Diese Ausbildungsstätte hat allen voran für die Paladine eine ganz besondere Bedeutung. Dort wurden sie nicht nur ausgebildet, sie wurden zu kriegerischen Kampfmagier-Maschinen geformt, ihre unvergleichlichen Fähigkeiten im Nahkampf und der Lichtmagie wurden dort geschult und über Jahrhunderte hinweg verfeinert. Selbst nach einer bestandenen Paladinswürde war die Castra immer wieder der Ort, an dem ein jeder Paladin zurückkam, früher oder später, für den einen oder anderen Grund. Das große Kastell besteht aus einem gigantischen Burgfried, welcher als Zentrale des Komplexes dienen soll. Dort wurden die meisten administrativen Aufgaben erledigt, die Lichtritter fanden dort ihren Schlafplatz, aber auch der gemeinsame Essensraum fand sich im Erdgeschoss des Burgfrieds wieder. Auf der Anlage verteilt finden sich immer wieder kleine Gebäude, zwei davon Wohlbarracken der Anwärter zur Paladinswürde, ein Trainingslabor für Alchemie und Kräuterkunde sowie ein Komplex, welche im Allgemeinen von den Anwärtern als „Incubus“, als Albtraum bezeichnet wurde. In diesem wurden die Experimente mit den Paladinen, und auch die Verwandlung durchgeführt. Im Üblichen ging kein Anwärter, und auch kein fertiger Paladin in die Nähe dieser Räumlichkeit, es sei denn, er wurde gezwungen. Der Friedhof für die gescheiterten Experimente fand sich außerhalb der Mauer. Sonst konnte der Komplex noch mit einem gigantischen Trainingsareal in der Mitte glänzen, auf dem eigentlich fast den ganzen Tag lang trainiert wurde. Allerlei Strohpuppen, Hindernisläufe und andere Dinge zieren dieses Areal. 

Die Kampfweise der ausgebildeten Paladine:

Die Paladine galten mitunter als die kompetentesten Kämpfer Astoras, und als die kompetentesten Kampfmagier ganz Revarias. Ihre Stärke lang jedoch seltener beim Individuum, sondern vielmehr in der Einheit. Ein Paladin hat in Astora nie allein gekämpft geschweige denn allein einen Auftrag angenommen. Ihre Kampfweise war geprägt vom Teamgeist und dem blinden Vertrauen gegenüber ihrem Nächsten, es war strategisch und meist defensiv, ein Paladin suchte meistens nicht den Weg, der am meisten Risiko bedeutete, er handelte bedacht und mit großer Fokussion. Bezeichnend für Paladine war die bereits erwähnte Kampfmagie. Ihre Lichtmagie war darauf spezialisiert ihre Waffen zu verstärken und mit Bündeln von Licht schwere Verbrennungen aus dem Feind im Fernkampf zuzufügen. Entsprechend dessen, dass dadurch der Fernkampf abgedeckt war, sah man es nie als notwendig an, den Fernkampf für Paladine zu erlernen. Abseits dessen zeigten sie im Schnitt eine sehr hohe Körperkraft auf, welcher jedoch ein gewisses Maß an Athletik nicht vermisste. Durch die konstanten Torturen innerhalb der Ausbildung hatten sie auch eine gewisse Selbstbeherrschung, ohne die sie nicht hätten überleben können. Die Gruppen von Paladinen reichten von 2 bis 8 Mann, je nach Schwere des Auftrags. Im Kampf selbst nutzten sie meist die Möglichkeit, die talentierten Lichtmagier unter ihnen in den Fernkampf zu bringen während die besseren Nahkämpfer, meist mit Schild in den Nahkampf rückten, um so auch überlegene Gegner mit einem hohen Taktikverständnis sicher und methodisch töten zu können, ohne dabei ein unnötiges Risiko einzugehen. Diesem verdanken sie auch, dass nicht oft ein Paladin auf einer Mission verstarb, geschweige denn ernsthaft verletzt wurde. Bei sehr schweren Aufträgen wurde auch oft ein Wiederherstellungsmagier mitgenommen. Entsprechend dessen galten die Paladine innerhalb ihrer Aufträge, und auch sonst privat, als eingeschworene Gemeinschaft, welche sich gegenseitig Respekt und Mitgefühl brachten. Auch wenn die Fähigkeit dazu, Emotionen stärker zu verspüren, ebenso mit der Verwandlung ging wie auch die Befähigung dazu, Kinder zu zeugen, zeugten mehrere Berichte davon, dass Paladine meistens untereinander Freunde fanden, und auch, sollte so etwas passiert sein, in Liebesbeziehungen auch untereinander bleiben, selbst wenn diese, allen voran von den Vorgesetzten nicht sehr gerne gesehen wurden. 

Propaganda und Beziehung zu der Kirche:

Die Kirche des ersten Lichts sah die Paladine als eine gottgewollte Mutation an, welche sie selbst gerne als Propaganda nutzten. Wenngleich sie nie direkt ein Teil der sakralen Institution waren, so erledigten Lichtritter und Paladine oft gemeinsam Aufgaben. Fähige Paladine, die treu zur Kirche standen, wurden oftmals reichlich von der Kirche entlohnt, manche von ihnen sogar mit Ehrentitel versehen. Auch wenn die Kirche des ersten Lichts heutzutage einen eher negativ konnotierten Ruf hat, so kümmerte sie sich immer gut um die Paladine, und prangerte oft öffentlich an, dass sie den Willen des Lichts ausführen würden, gar geweihte Krieger des Lichts seien. Dies trug natürlich auch sehr zu dem Image innerhalb der gläubigen Bevölkerung bei, welche einen Großteil Astoras ausmachte. Bis zuletzt standen die meisten Paladine der Kirche treu gegenüber, und manche würden es wohl selbst heute nach ihrer Radikalisierung noch tun. 

Rassismus gegenüber Tierwandlern:

Tierwandler waren in Astora schon immer ein sehr ungeliebtes Volk, welche oft von der Kirche des ersten Lichts als Sündenböcke für allerlei Gründe aufgezeigt wurden. Dieses Verhalten wurde auch von klein auf den Paladinen gelernt, sie sind darauf programmiert Tierwandler als Böse anzusehen, selbst wenn sie sich selbst als Rechtschaffend Gut einschätzen würden. Ein jeder Paladin hatte mindestens schon einmal die Aufgabe, wild gewordene Tierwandler irgendwo in Astora zu töten, und sie taten es meistens, ohne zu zögern, selbst wenn sie anthropomorphe Züge hatten. Selbst wenn nicht jeder Paladin einen generellen Genozid dieser Kreaturen gutheißt, so ist es schwer die alten Sitten zu ignorieren, und sie werden sie vermutlich auch bis heute mit Missgunst und Verachtung, vielleicht sogar Gewalt, bestrafen, je nachdem wie eng sie mit der Kirche verbunden waren.

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